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Ausgabe 18: Chinesische Botschaft befiehlt der thailändischen Polizei  
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Kommunikation mit den Vereinten Nationen (UN) wird verhindert; 4. Tag des Hungerstreiks

Am 15. Dezember nahm die thailändische Polizei vor der chinesischen Botschaft in Bangkok gewaltsam fünf Falun Gong-Praktizierende und drei ihrer Kinder, Mädchen im Alter von 4, 6 und 14 Jahren, fest. Die 6 und 14 Jahre alten Mädchen wurden schließlich freigelassen, aber das jüngste Mädchen sitzt weiterhin gemeinsam mit ihrem Vater in der Haftanstalt in Bangkok, obwohl keine formelle Anklage gegen sie vorliegt. Alle festgenommenen Personen sind chinesische Flüchtlinge, die unter dem Schutz des Hohen Kommissars für Flüchtlinge der Vereinten Nationen (UNHCR) stehen. Die inhaftierten erwachsenen Praktizierenden befinden sich im Hungerstreik und nehmen weder Essen noch Wasser zu sich, um gegen ihre Inhaftierung zu protestieren.

Am vierten Tag des Hungerstreiks zeigte eine inhaftierte Person große körperliche Schwächen und war nicht mehr in der Lage aufzustehen. Die Verantwortlichen der Haftanstalt hinderten die Praktizierenden wiederholt daran, mit ihnen und der UNHCR zu kommunizieren und sagten, dass der Hungerstreik ihnen gleichgültig sei.

Opfer:

  • Herr Wang Yajun, seine Frau Liu Ying, und ihre 14 Jahre alte Tochter Wang Anqi
  • Herr Huang Guohua und seine 4 Jahre alte Tochter Huang Ying (Rufname: Kaixin)
  • Frau Miao Miao und ihre 6 Jahre alte Tochter Hua Yuchen
  • Herr Li Jianhui

Hintergrund:

Seit dem 6. Dezember kamen Falun Gong-Praktizierende täglich jeweils zwei Stunden zu der chinesischen Botschaft nach Bangkok, um gegen den chinesischen Polizisten He Xuejian zu protestieren. Dieser hatte kürzlich zwei weibliche Praktizierende, die in China inhaftiert waren, gefoltert und vergewaltigt. An jedem Tag beobachteten eine große Anzahl von uniformierten sowie in Zivil gekleidete Beamte ihren Protest. Am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, wurden einige der friedlichen protestierenden Praktizierenden von der thailändischen Polizei grob behandelt. Die Polizei war zuvor in der chinesischen Botschaft. Die Polizisten schleiften mit Gewalt einige Praktizierenden weg, durchsuchten ihre Taschen und entfernten ihre Transparente.

Herr Wang Yajun wird in
ein Polizeifahrzeug getragen

Am 13. Dezember berichtete die Sondereinheit der Polizei den Protestierenden, dass sie von ganz oben spezielle Anweisungen erhalten hätten: wenn die Praktizierenden am nächsten Tag wieder zum Protestieren kommen würden, so müsse man sie festnehmen. Dies führte dazu, dass die Praktizierenden ein Gespräch mit den Vorgesetzten der Polizei forderten. Dieses wurde vereinbart für den Morgen des nächsten Tages.

Am 14. Dezember versammelten sich keine Praktizierenden vor der Botschaft. Stattdessen gingen vier Praktizierende zu der Sondereinheit und trafen sich mit zwei Vertretern der Polizei, die in der Botschaft gewesen waren. Drei Stunden lang diskutierten die Praktizierenden mit der Polizei darüber, warum es so wichtig für sie ist, die Tatsachen der Verfolgung von Falun Gong in China und andere von der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) begangenen Verbrechen aufzudecken. Die Beamten schienen die Tatsachen verstanden zu haben. Sie zeigten Mitgefühl mit den Opfern und erklärten, dass die chinesische Botschaft ihnen angeordnet habe, die Praktizierenden zu entfernen.

Am 15. Dezember gingen ungefähr 15 Praktizierende zur Botschaft, um schweigend ihre Unterstützung für die weltweiten Proteste zum Ausdruck zu bringen. Etwa sechs Menschen saßen auf der gegenüber liegenden Straßenseite der Botschaft, meditierten still, ohne dass sie Protestmaterial zeigten. Die restliche Gruppe der Praktizierenden verteilte unauffällig Flyer entlang der Straße.

Kurz nach 11.00 Uhr näherten sich etwa 20 thailändische Polizisten den meditierenden Praktizierenden. Mit Gewalt griffen sie die Praktizierenden auf, die mit gekreuzten Beinen in der Meditationshaltung saßen. Sie forderten die Flüchtlinge wiederholt auf, ihre Reispässe zu zeigen und akzeptierten nicht das Flüchlingstestat der UNHCR als angemessene Identifikation. Zu Beginn der Woche hatte die Polizei ihnen jedoch mitgeteilt, dass Kopien der Schreiben des UNHCR ausreichend seien.

Die Polizei forderte die Gruppe mehrmals auf, mit in eine Einwanderungs-Haftanstalt zu kommen, um dort ihre Ausweise zu zeigen, danach wollte man sie wieder freilassen. Da die Polizei zuvor bereits Kopien ihrer Ausweise angefordert hatte, konnten die Praktizierenden die Forderung der Polizei nicht verstehen. Schließlich trug die Polizei sie mit Gewalt fort, selbst als einige noch in der Meditationshaltung auf dem Boden saßen.

Herr Wang Yajun wird gewaltsam
in das Polizeifahrzeug gebracht

Frau Miao Miao und ihre 6 Jahre alte Tochter Hua Yuchen werden in das Polizeiauto geschleppt


Unter den gewaltsamen Festnahmen war Herr Huang Guohua und seine 4 Jahre alte Tochter Huang Ying (Rufname: Kaixin). Im Jahre 2002 wurde Kaixin's Mutter, Frau Luo Zhixiang, die damals im dritten Monat schwanger war, in chinesischer Haft zu Tode gefoltert. Kaixin lebte bis Dezember bei ihren Großeltern in China, als sie dann in Bangkok mit ihrem Vater wiedervereint wurde. Er floh zuvor nach Thailand, nachdem er auch in China verhaftet und gefoltert wurde.

Die offiziell angegebene Begründung für die Festnahmen war, dass sie nicht in der Lage gewesen seien, „geeignete Beweise für eine rechtmäßige Einreise nach Thailand" vorzuzeigen. Ähnlich wie viele andere Flüchtlinge hatten die verhafteten Praktizierenden keine Reisepässe bei sich, sondern stattdessen offizielle Schreiben, die den Schutzstatus laut dem Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) bestätigen.

Obwohl Herr Wang Yajun und Frau Liu Ying am Tage der Festnahme ihre Reisepässe mit gültigen Visa der Polizei übergab, bleiben sie weiterhin inhaftiert.

Gegenwärtige Situation:

Am vierten Tag des Hungerstreiks befand sich die Gefangene, Frau Miao, in einer sehr schwachen körperlichen Verfassung und hatte große Schwierigkeiten aufzustehen.

Die gefangen genommenen Praktizierenden sagen, dass die Beamten der Haftanstalt sich größtenteils weigern würden, mit ihnen zu sprechen. Die Immigrationsbeamten schickten jedoch eine Nachricht an die Gefangenen: die Beamten sind gleichgültig in Anbetracht des Hungerstreiks der Praktizierenden und kümmern sich nicht darum, ob sie leben oder sterben.

Die Beamten sagten den Frauen, dass ihr Schicksal in den Händen der UNHCR liege, aber dieselben Beamten haben sämtliche Briefe der Frauen an die UN entweder nicht angenommen oder sie zerrissen.

Wikorn Jarupruch, ein Ermittlungsbeamter der thailändischen Einwanderungsbehörde, sagte den Praktizierenden auch, dass die chinesische Botschaft die Polizei angewiesen hatte, die Protestaktion zu beenden.

Alle inhaftierten erwachsenen Praktizierenden haben ihren Hungerstreik für weitere Tage fortgeführt, ohne dass sie Nahrung und Wasser annehmen, um gegen die Festnahme und Inhaftierung zu protestieren. Wir sind sehr besorgt um ihre Gesundheit und fordern ihre sofortige bedingungslose Freilassung. Sie üben lediglich ihre grundlegenden Rechte der Rede- und Meinungsfreiheit aus und sprechen offen über die Gräueltaten, die gegenüber ihren Landsmännern in China begangen werden.


Bitte unterschreiben sie die Online-Petition:

http://www.falunhr.org/te/index.php?signature=1&lang=de


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